Menschen, die ständig jammern, sei die Autobiographie des jüdischen Schriftstellers Fred Wander ans Herz gelegt, der 1917 in Wien geboren wurde und 2006 starb. Das Buch gibt Lebensmut. Ein Rezensent bei Amazon fasste es folgendermassen zusammen:

“Es ist nicht das Buch eines Mannes, der die Schrecken des Konzentrationslagers beschreibt. Vielmehr bildet dieses dunkle Kapitel in Fred Wanders Jugend den Auftakt eines vielschichtigen und mit so viel Feingefühl präzise beobachteten Lebens. Dabei steht nicht der sentimental verklärte Rückblick im Geschehen, sondern die leise gefühlvolle Darstellung. Besondere Stellung nimmt die gemeinsame Zeit mit seiner Frau Maxie ein, eine wunderbare Darstellung einer real existierenden Beziehung mit Charme, Witz, Nüchternheit und nie hervorgehobener, aber beim Lesen immer spürbaren Liebe der Beiden.

Es ist das vorgetragene Leben inmitten der politischen Neuorientierung des Nachkriegseuropas, das vom Wagnis und Zögern Fred (und Maxie) Wanders geprägt wird und rührend so ein Schicksal in die Hände des Lesers legt.

Ich wünschte, dieses Buch hätte 1000 Seiten. Es projiziert vieles auf das eigene Leben, lässt viele Parallelen darin erkennen und ist definitiv nichts für Schnellleser. Man sollte sich während des Lesens viel Zeit zum Nachdenken gönnen. Es lohnt sich.”

Lesenswerte Rezensionen finden Sie auch in der Zeit und in der Freitag.

Eine Passage habe ich rausgeschrieben, weil sie als Zitat zu einem meiner Lehrbriefe des biographischen Schreibkurses passt (zündende Titel, Überschriften und Anfänge):

“Meine Arbeiten hat Ernst Epler redigiert, ein Redakteur, ein neuer Freund, er wird mein Lehrmeister: ‘Der Anfang ist das wichtigste, wenn du den Leser nicht mit der erste Zeile packst, hast du ihn schon verloren!’ – ‘Und wie bekommt man einen guten Anfang?’ – Schreib erst das ganze auf, dann lass den Anfang weg und nimm einen Satz aus der Mitte, dort wo der Motor schon in Hitze geraten ist! Hineinspringen in das Thema und schwimmen, das ist alles!'”