„Da, zwischen den engen Mauern, tönte plötzlich ein Schuß. Picasso hatte ihn abgefeuert, aus Freude, einen Liebhaber seiner Kunst gefunden zu haben.“ Der das schrieb und den Jahrhundertkünstler entdeckte, war der Kunsthistoriker und Kunsthändler Wilhelm Uhde (1874-1947).

Leider sind es auch heute noch zweierlei Künste: einerseits Kunst erkennend zu schaffen und andererseits damit Geld zu verdienen. Wilhelm Uhde beherrschte beide, seine Memoiren lesen sich immer noch erhellend und frisch.

Wilhelm Uhde
Von Bismarck bis Picasso. Erinnerungen und Bekenntnisse
Neuauflage mit einem Essay von Bernd Roeck
400 Seiten, Hardcover, € 29,70
Römerhof Verlag, ISBN 978-3-905894-06-6

Aus der Verlagsinformation: Er gilt als Entdecker Picassos und hat sich als Autor und Kunstsammler einen Namen gemacht. Doch Wilhelm Uhde verkehrte nicht nur mit den Großen seiner Zeit, er lebte selbst das Leben eines Bohemiens. In seinen Memoiren beschreibt er mit frechem Witz, wie er vom verträumten Knaben und vergnügungssüchtigen Korpsstudenten zum Geburtshelfer der Avantgarde wurde.

Der Römerhof-Verlag macht nun die 1938 erschienenen Lebenserinnerungen „Von Bismarck bis Picasso“ wieder zugänglich. Trotz seiner herausragenden Rolle für den Kunst- und Kulturbetrieb geriet Wilhelm Uhde lange in Vergessenheit. Durch den Spielfilm „Séraphine“ (2008) mit Ulrich Tukur erlebt der Entdecker Picassos, Georges Braques und Henri Rousseaus gerade eine Renaissance. Nur wenig bekannt ist jedoch, dass Uhde sich auch politisch engagierte, etwa für ein vereintes Europa.

Der Römerhof Verlag veröffentlicht erstmals die Autobiographie „Von Bismarck bis Picasso“ zusammen mit Uhdes „Aufzeichnungen aus den Kriegsjahren“. Darin erinnert sich der präzise Beobachter an ein gelebtes und bewegtes Leben, in dem er konsequent seinen eigenen Weg geht – auch gegen die Erwartungen von Familie und Gesellschaft. In dieser Suche nach dem persönlichen Glück ist Wilhelm Uhde überaus modern. Gleichzeitig stellen seine Erinnerungen ein anekdotenreiches Zeugnis der wilden Zeit um die Jahrhundertwende, der Wirren des Ersten und der Schrecken des Zweiten Weltkriegs dar. Dabei blickt Uhde stets über sein eigenes Leben hinaus und entwickelt fortschrittliche, teils bis heute gültige Gedanken zu Kultur, Gesellschaft und Politik.

Mit einem kommentierenden Essay des Historikers Prof. Bernd Roeck, der Wilhelm Uhdes Bedeutung für die Kunst veranschaulicht.

Wilhelm Uhde, 1874 geboren, studierte Rechtswissenschaft und Kunstgeschichte. In seiner Wahlheimat Paris entdeckte er seine Berufung als Sammler und Galerist. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Uhde eine der schillerndsten Figuren des Kunsthandels. Während des Zweiten Weltkriegs musste er vor den Nationalsozialisten nach Südfrankreich flüchten. Er starb 1947 in Paris und wurde auf dem alten Friedhof Paris-Montparnasse beigesetzt.

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