Ein beklemmendes Thema, auch wenn es im “leichten” Gewand der Comic-Biografie daherkommt. “Deutsch, Französisch und Hebräisch – in diesen drei Sprachen sollte meine grafische Erzählung unbedingt erscheinen”, schreibt Michel Kichkadaran im Vorwort, “daran war mir gelegen. Auf Französisch, weil es meine Muttersprache ist, auf Hebräisch, weil ich vor vierzig Jahren entschieden habe, mein Leben in Israel zu leben, und auf Deutsch, weil in Deutschland die Weichen für das weitere Schicksal meiner gesamten Familie gestellt wurden.”

Aus der Verlagsinformation: Michel Kichka gewährt in Zweite Generation einen persönlichen Einblick in die Beziehung zu seinem Vater Henri. Dieser, 1926 geboren und 1942 nach Auschwitz deportiert, musste miterleben, wie seine gesamte Familie von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs sind im Familienleben der Kichkas präsent und beeinflussen das Alltagsleben und die Erziehung der Kinder, zum Beispiel am Esstisch, in der Schule und auf Familienfeiern. Für Michel Kichka ist es eine lebenslange Aufgabe geworden, sich mit der Biografie seines Vaters und mit dem Trauma seiner Eltern, das durch die Shoah verursacht wurde, auseinanderzusetzen.

Der Autor
Michel Kichka gehört zu den wichtigsten Comic-Künstlern Israels. Er wurde 1954 in Belgien geboren und emigrierte 1974.  Kichka unterrichtet an der Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem (der staatlichen Kunsthochschule) und beeinflusste zahlreiche israelische Künstler. Er arbeitet regelmäßig als Karikaturist für internationale Zeitungen, z.B. für Courrier international und Herald Tribune. Außerdem engagiert er sich in der Organisation Cartooning for Peace.