Ein Kriegsenkel auf den Spuren seiner Familie. Raymond Ungers literarische Familienchronik DIE HEIMAT DER WÖLFE werde ich für den Deutschen Biographiepreis 2017 nominieren.

Aus der Verlagsinformation: Es ist zum einen ein erzähltes, historisch sehr genau recherchiertes Generationenporträt seiner eigenen zwei Familienstränge beginnend Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Den psychologisch ausgebildeten Autor und Künstler interessieren insbesondere die individualpsychologischen Parameter von Familienkonstellationen, die als mit menschliche Gemeinschaftserfahrungen jeden Menschen prägen, und aus denen die Fragen des eigenen Lebens und die heilenden Antworten auf Störungen erwachsen. Unger schreibt einen – sehr gut erzählten – biographischen Bericht über seinen Weg die massiven Familienprobleme, entstanden durch hemmend – religiös motivierte Erziehung und unausgesprochene Suchterkrankungen der Großeltern und Eltern, zu kompensieren. Mittels künstlerischer Arbeit versucht der Autor seinem persönlichen Leben eine Richtung zu geben und zu psychischer Gesundung zu führen. Lebensangst und Minderwertigkeitsgefühlen, Aggression und drohender Empathielosigkeit gilt dabei seine besondere Aufmerksamkeit. Die traumatischen Erlebnisse von Eltern und Großeltern (Kriege, Migration und Re-Migration, Flucht, starre, den Zeitumständen geschuldete Beziehungs-und Erziehungsmuster, sektenhafte religiöse Ausrichtung) haben einen Einfluss auf die nachfolgende Generation; diese trägt transgenerationales Erbe in sich. Unger stellt sich genau diesem wesentlichen Komplex, der gerade die nach 1945 geborenen Kinder von Deutschen umtreibt.
Als angesehener Berliner Künstler und Therapeut, hat sich Unger anhand von persönlichen Erinnerungen, Tagebüchern und Tonbandaufzeichnungen intensiv mit der Chronik seiner Familie und den Kriegstraumata seiner Vorgenerationen auseinandergesetzt. Es ist ihm gelungen, das Schicksal der Kriegsenkel in literarischer Form zu verarbeiten und den Lesern damit einen Reflexionsraum der eigenen (Lebens-)Geschichte anzubieten. Seine glänzend erzählte Familienchronik verdichtet er zu einem Gesamtbild großer Themen des 20. Jahrhunderts. Ein psychologisch differenzierter Blick in die Schatten deutscher und europäischer Geschichte und auf die Kraft, die aus der ungeschönten Konfrontation mit der Wahrheit erwächst.

Kurzvita:
Raymond Unger lebt als Autor, bildender Künstler, Psychotherapeut (HPG) in Berlin. 2011 erhielt er den
internationalen Lucas-Cranach-Preis für Malerei. Er arbeitet außerdem als Coach und Berater für Künstler und Kreativberufe. Weitere Informationen zu Raymond Unger als Künstler unter www.raymond-unger.de