In meinen Biographiekursen gibt es eine beliebte Übung: “Schreiben Sie ein kleines Selbstportrait aus der Perspektive eines Gegenstands, der Ihnen nah und vertraut ist.” Das kann ein Ring sein oder der Computer, ein Stift oder der Teddybär oder oder oder…. Es ist immer wieder ein vergnügliches Erstaunen in den Seminaren, den meist humorvollen Portraits zu lauschen, die “die Gegenstände” in Ich-Form über ihre Besitzer schreiben. Auch die Grundthese dieses neuen Buchs von Lyall Watson lautet: Es gibt keine „unbelebten Gegenstände“. Entsprechend biographiewürdig könnten sie auch sein.

Aus der Verlagsinformation: Computer, Autos, Schmuck, Bücher, Steine genauso wie Eisblöcke führen ein Eigenleben und sie haben eine konkrete Beziehung zu uns. Nach der Lektüre von „Das geheime Leben der Dinge“ betrachtet man die Gegenstände seines täglichen Lebens mit anderen Augen! Wir sind mit der anorganischen Welt enger verwandt und viel subtiler verbunden, als wir glauben. Maschinen, Materialien, Werkzeuge, selbst die eigenen Fingernägel bis hin zur unserer Zeit haben ihre eigen Realität und gehen Beziehung zu uns ein.

• 1978 springt ein geparkter Chevrolet von selbst an, prescht Fahrerlos und ohne Schlüssel im Zündloch über die Main Street von Bloomington, wechselt drei Mal in den fließenden Verkehr bis er bei einer Verfolgungsjagd mit Polizeiautos gegen einen LKW prallt. Auch Computer scheinen ein Eigenleben zu haben.

• Am 8. Juni 1980 erklärt WIMEX, das riesiges Computernetz des amerikanischen Verteidigungssystems, ohne Befugnis einseitig der Sowjetunion den Krieg, alarmiert rund um den Globus die Kommandozentralen für Atomwaffen und löst beinah den Dritten Weltkrieg aus.

Immer wieder müssen wir überrascht feststellen, dass Maschinen Persönlichkeiten sind, ihre schlechten Tage haben oder bei Sonne ungewöhnlich aktiv sind. Und sogenannte ‚tote Materie’ scheint auch enge Beziehungen zu uns aufbauen zu können.

• Der Hafenmeister von Newport in Monmouthshire verliert auf seiner Hochzeitsreise beim Baden sein geliebtes goldenes Armband. 28 Jahre später kehrt er zu einer „zweiten Hochzeitsreise“ wieder an die Stelle zurück, und sieht plötzlich sein Armband im Sand liegen.

• Am 2. April 1972 kracht in Manchester England einer der größten Eisblöcke, die je vom Himmel gefallen sind, direkt vor die Füße eines Physikers, der das Problem der Eisbildung durch Blitzschläge erforscht.

Und Materie ist auch grausam.

• Als Allison Raymond aus Richmond Hill aus Ontario einen Stein als Souvenir aus Hawaii nach Hause mitnimmt, bricht sich ihr Sohn ein Bein, ihre Mutter stirbt an Krebs und ihr Mann kommt bei einem Frontalzusammenstoß ums Leben. Sie schickt den Stein zurück und ihr Unglück endet.

Das ist kein Einzelfall. Das Büro des Nationalparks auf Hawaii bekommt pro Tag 40 Päckchen mit Lavasteinen zurück, die Menschen nicht länger um sich haben wollen. Die Liste solcher Begebenheiten ist lang.

Unsere Uhren haben Gesichter und unsere Roboter Arme, wo Getriebe und Räder eigentlich hingehören. Wir sind Hebammen für die Materie geworden.

Diese ungewöhnlichen Verbindungen hat Lyall Watson, einer der angesehensten Naturwissenschaftler des 20. Jahrhunderts, dazu gebracht, intensiv über das genaue Wesen der Beziehung und der Unterscheidung zwischen beseeltem Leben und unbeseelter Materie nachzudenken. Nach Jahrzehntelangem Forschen offenbart er in Das geheime Leben der Dinge, dass wir viel enger verwandt und viel subtiler verbunden sind mit der anorganischen Welt, als wir es uns vorstellen. Anhand vieler nachprüfbarer Beispiele zeigt er, dass Dinge, die einmal durch einen engen Kontakt mit einem lebenden Organismus sich ‚aufgeladen’ haben, sich von anderen Objekten ihrer Art unterscheiden und dass sie ihre eigene, unabhängige physische Realität manifestieren. Seine revolutionäre Erkenntnis ist: Es gibt keine unbelebten Dinge! Hinter allen Geschehnissen und Prozessen der scheinbar materiellen Wirklichkeit zeigt sich Bewusstsein.