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Schockierende Abrechnungsbiografie von Veronika Obermüller (1)

14.04.2009|Kategorien: Lebenserinnerung: V. Obermüller|Tags: , |

Hier nun die schockierende Abrechnungsbiographie von Veronika Obermüller (Wie ein Hauch auf dem schönsten Planeten – Mein Leben), die 2004 im Landkreis Augsburg für Aufsehen sorgte. Zur Vorgeschichte siehe auch hier:

Schockierende Abrechnungsbiografie von Veronika Obermüller (2)

13.04.2009|Kategorien: Lebenserinnerung: V. Obermüller|Tags: , |

»Findet Ihr denn kein Hasenbrot?«
Brilon – Meine frühe Kindheit 1924-1931
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Eine meiner ersten Erinnerungen habe ich an unser Wochenendhaus, das idyllisch gelegen inmitten von vier Morgen Tagwerk Wald stand. Zu Ostern versteckte mein Vater dort die Ostereier, und das restliche Jahr über harte Brotkanten. Wenn wir gerade nicht aufpassten, warf er sie weg und fragte uns dann scheinheilig: »Findet ihr heute überhaupt kein Hasenbrot?«

Schockierende Abrechnungsbiografie von Veronika Obermüller (4)

11.04.2009|Kategorien: Lebenserinnerung: V. Obermüller|Tags: , |

»Ihr stinkt ja wie tausend Ochsen!«
Mein Pflichtjahr 1938 im Münsterland

Wie alle anderen Mädchen im Deutschen Reich, musste ich vor meiner Lehre zuerst das Pflichtjahr absolvieren. Vater schickte mich ins Münsterland zu Tante Klara. Auf ihrem Landgut lebten neben Onkel Hermann und Tante Klara neun Kinder, eine Magd und ein Pferdeknecht. Das älteste Kind war 13 Jahre alt, ich war nur ein Jahr älter!

Schockierende Abrechnungsbiografie von Veronika Obermüller (5)

10.04.2009|Kategorien: Lebenserinnerung: V. Obermüller|Tags: , |

»Sie suchen ein Lehrmädchen? Hier ist es!«
Meine Lehre als Hutmacherin 1939-1941

Als ich wieder nach Hause kam, sagte Mutter zu mir: »Kind, du bleibst jetzt daheim!«

Schockierende Abrechnungsbiografie von Veronika Obermüller (6)

09.04.2009|Kategorien: Lebenserinnerung: V. Obermüller|Tags: , , |

»Aber Sie dürfen es keinem Menschen weitererzählen!«
Arbeitsdienst und Kriegsjahre 1941-1942

Weil die Enttäuschung der Lehrzeit so unheimlich groß war, ich mir aber auch nicht vorstellen konnte, zu Hause zu bleiben, meldete ich mich im Herbst 1941 freiwillig zum Arbeitsdienst in Flensburg. In dieser Zeit durften Juden bereits nur noch mit aufgenähtem gelben Judenstern auf der linken Brustseite in der Öffentlichkeit auftreten.

Schockierende Abrechnungsbiografie von Veronika Obermüller (7)

08.04.2009|Kategorien: Lebenserinnerung: V. Obermüller|Tags: , , |

»Ich will nicht erschossen werden.«
Wie ich meinen Mann Adi kennen lernte – Kempten 1942–1946

Kaum kam ich in Kempten an, erhielt ich wieder einen Stellungsbefehl und musste mich bei einem Zahlmeister melden, der mir erzählte, dass er aus Hagen in Westfalen käme. Er schaute mich an in meinem Dirndl und sagte: »Nee, Mädel, Du bist mir zu schade. Du hier in die Kaserne, in der Nähstube arbeiten? Da hast du keine Ruhe vor den Kerlen! Nee, diese Verantwortung übernehme ich nicht.«

Schockierende Abrechnungsbiografie von Veronika Obermüller (8)

07.04.2009|Kategorien: Lebenserinnerung: V. Obermüller|Tags: , , , |

»Glaube nicht, dass dir dein Mann den Tee ans Bett bringt.«
Hochzeit 1946 und die frühen Jahre in Ottmarshausen

Weihnachten 1945 stand vor der Tür, Adi wollte so schnell wie möglich Verlobung feiern. Zu Hause dürfe er aber nicht feiern, sagte er. Deshalb bat ich meine Wirtin Frau Herkommer, die gute Beziehungen zum Metzger hatte, ob sie nicht unsere Verlobungsfeier ausrichten könnte. Sie sagte ja, ließ die Verlobungskarten drucken, die Adi in Auftrag gegeben hatte, und ich half ihr bei den Vorbereitungen. Wir hatten alles schön gekocht und dekoriert, und wer ist nicht gekommen? Der Herr! So saßen wir am Heilig Abend allein da. Weiterlesen

Schockierende Abrechnungsbiografie von Veronika Obermüller (9)

06.04.2009|Kategorien: Lebenserinnerung: V. Obermüller|Tags: , , |

 »Spielen Sie viel und singen Sie mit ihm.«
Bernhards Geburt 1951 und die Jahre danach

Meine Schwiegermutter wurde von Tag zu Tag kränker. Sie hatte offenen Krebs von der Brust aufwärts bis zum Kinn und wurde bestrahlt. Das führte zu Verbrennungen, ihre linke Seite war voller Blasen, so groß wie 5-Mark-Stücke. Die platzten auf und dann war nur noch rohes Fleisch auf ihren Knochen zu sehen. Ich musste sie morgens und abends waschen und mit Zinksalbe einreiben, damit die Wunden nicht eiterten. Schwiegermutter lag nur noch in ihrem Schlafzimmer, wir hatten das restliche Haus für uns. An ihrer Schlafzimmertür stand eine Schüssel mit Sagrotan, damit jeder die Hände desinfizieren konnte, der mit ihr in Berührung kam. Weiterlesen