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Schockierende Abrechnungsbiografie von Veronika Obermüller (7)

08.04.2009|Kategorien: Lebenserinnerung: V. Obermüller|Tags: , , |

»Ich will nicht erschossen werden.«
Wie ich meinen Mann Adi kennen lernte – Kempten 1942–1946

Kaum kam ich in Kempten an, erhielt ich wieder einen Stellungsbefehl und musste mich bei einem Zahlmeister melden, der mir erzählte, dass er aus Hagen in Westfalen käme. Er schaute mich an in meinem Dirndl und sagte: »Nee, Mädel, Du bist mir zu schade. Du hier in die Kaserne, in der Nähstube arbeiten? Da hast du keine Ruhe vor den Kerlen! Nee, diese Verantwortung übernehme ich nicht.«

Schockierende Abrechnungsbiografie von Veronika Obermüller (8)

07.04.2009|Kategorien: Lebenserinnerung: V. Obermüller|Tags: , , , |

»Glaube nicht, dass dir dein Mann den Tee ans Bett bringt.«
Hochzeit 1946 und die frühen Jahre in Ottmarshausen

Weihnachten 1945 stand vor der Tür, Adi wollte so schnell wie möglich Verlobung feiern. Zu Hause dürfe er aber nicht feiern, sagte er. Deshalb bat ich meine Wirtin Frau Herkommer, die gute Beziehungen zum Metzger hatte, ob sie nicht unsere Verlobungsfeier ausrichten könnte. Sie sagte ja, ließ die Verlobungskarten drucken, die Adi in Auftrag gegeben hatte, und ich half ihr bei den Vorbereitungen. Wir hatten alles schön gekocht und dekoriert, und wer ist nicht gekommen? Der Herr! So saßen wir am Heilig Abend allein da. Weiterlesen

Schockierende Abrechnungsbiografie von Veronika Obermüller (11)

04.04.2009|Kategorien: Lebenserinnerung: V. Obermüller|Tags: |

»Ihnen beim Verkaufen zuzusehen, ist ein Wunder.«
Berufsleben und Ehejahre Mitte der 60er Jahre bis 1992

Weil Bernhard stotterte und die Ärzte sagten, dass Musik und Singen ihm helfen könnten, kaufte ich ein Klavier und wir nahmen zu dritt Klavierunterricht. Die Stunde kostete 15 Mark, das war für uns viel Geld. Adi war natürlich dagegen, so wie er gegen alle künstlerischen Ambitionen war, und hob immer nur hervor, wie teuer das sei. Schließlich schaffte er es, dass wir mit dem Klavierunterricht aufhörten, weil er das Geklimpere nicht mehr ertragen konnte. Die Lehrerin bedauerte unsere Entscheidung natürlich, vor allem wegen Bernhard, der von uns Dreien der Talentierteste war. Wir konnten schon vierhändig miteinander spielen. Weiterlesen

Schockierende Abrechnungsbiografie von Veronika Obermüller (letzter Teil)

02.04.2009|Kategorien: Lebenserinnerung: V. Obermüller|Tags: |

Mein Leben allein 1998–2004

Aus meiner Wohnung in Wörishofen zog ich am 1. Dezember 2001 in die Obere Mühlstraße. Wieder kam ich vom Regen in die Traufe. Die Wohnung war drei Jahre nicht bewohnt gewesen, ich fing mit dem Heizen an. Da begannen die Wände zu schwitzen, alles fing zu schimmeln an, meine Kleider wurden zerstört, die Rückwände der Schränke verbogen sich, die Wohnung stank in wenigen Wochen wie die Pest. Ein Bekannter besuchte mich und schwärmte, wie schön meine Wohnung eingerichtet ist. »Aber Sie müssen trotzdem so schnell wie möglich wieder ausziehen«, sagte er. »Das ist eine kranke Wohnung. Wenn Sie hier länger bleiben, dann sterben Sie.« Weiterlesen