Arte zeigt am Sonntag, den 18. Juli um 17 Uhr ein Filmportrait über Erika Pluhar.

Aus der Senderinformation: Zwischen Wien und Lissabon spielt sich das äußere Leben der Erika Pluhar ab – an diesen beiden Orten hat Gero von Boehm sie besucht und spürt in Gesprächen und vielen Archivaufnahmen ihrem spannenden Leben nach.

Selten wirkt ein Mensch so verwachsen mit seinem Haus. Es ist, als hätte Erika Pluhar vor Jahrzehnten beschlossen, auf diesem Grundstück in Wien Wurzeln zu schlagen. Etwas Verwunschenes liegt über dem Gebäude und dem verwilderten Garten, der wilde Wein wuchert über die Fassaden und die Fenster, der Wintergarten droht unter dem üppigen Grün zu verschwinden.

Im Februar 2009 wurde “die” Pluhar 70 Jahre alt und hat für sich beschlossen, der Natur in jeder Hinsicht freien Lauf zu lassen. Ohne Schönheitschirurgie und Fitnessstudios möchte sie “einfach so” in Würde altern. Ihren Geburtstag feierte sie mit einem ausgelassenen Fest in Lissabon, auch in Rückblicken auf ihr bisheriges Schaffen.

In Wien kramt Erika Pluhar in ihrem Privatarchiv. Sie war 40 Jahre lang Burgschauspielerin und arbeitet bis heute als Sängerin und erfolgreiche Romanschriftstellerin. Nur so kann sie ihr Leben voller Schicksalsschläge verarbeiten. Am schlimmsten trafen sie die Verluste geliebter Menschen: vor allem der Tod der einzigen Tochter Anna vor neun Jahren. Da war Erika Pluhar lange nicht klar, ob sie weiterleben konnte.

Aber was für ein reiches Leben hätte sie weggeworfen? Als gefeierte Schauspielerin hätte ihr auch eine Karriere in Hollywood offen gestanden. Ihre rauchige Stimme ließ und lässt so manche frühe Schlagersünde verzeihen. Und auch literarisch hat sie einige Achtungserfolge zu verzeichnen. Meist verarbeitet sie darin Lebenserinnerungen, beispielsweise ihre turbulente Ehe mit André Heller, der den Anstoß zur Gesangskarriere gab und sie als Sängerin heute noch als heimliche Nachfolgerin von Hildegard Knef und Marlene Dietrich sieht.

Zwischen ihrem verwunschenen Wiener Haus und der wilden Atlantikküste bei Lissabon erschließt sich die Lebensweisheit und Melancholie der Erika Pluhar.