In der Artikeldiskussion zu Andreas Mäckler wird u.a. diskutiert, ob ich auch ein Unternehmer sei oder nicht. Nun, das hängt vom Betrachter ab. Ich selbst hätte mich vor der Wikipedia-Artikel-Diskussion zu Andreas Mäckler nie als Unternehmer bezeichnet. Aber man kann es offenbar auch anders sehen.
Eine gewisse Geschäftstüchtigkeit würde ich meinem Leben dennoch nicht absprechen. Ich glaube, Kunst kommt von Realisieren, und deshalb brauchen wir Geld. Ich habe immer nur so viel verdienen wollen, um meine Projekte realisieren zu können, und darüber hinaus etwas mehr, um meine Familie mit drei Kindern von zwei Frauen zu ernähren. Ich wurde mit 20 Jahren zum ersten Mal Vater, da machte ich noch Zivildienst in Marburg und musste mich ins Zeug legen, Passion und Pinke zusammenzubringen.
Als Schüler hatte ich Gedichte geschrieben, die ich heute niemandem mehr zeigen würde. Dennoch ließ ich 1977 rund 200 Exemplare als Heft im „Schnelldruck“ drucken und verkaufte sie bei den Abendveranstaltungen in meiner Schule. Das Prinzip war einfach: Ich stellte meinen kleinen Verkaufstisch in die Nähe der Abendkasse und viele Leute glaubten, es handele sich um ein Zusatzangebot zum Programm 😉 . Bald verwiesen mich die lieben Lehrer zwar in eine etwas entferntere Ecke, doch da hatte ich die Auflage inklusive einem 2. Heft schon verkauft.

Die Umsätze waren auch bei mir groß genug, um mein Studium komfortabel zu machen und meine Promotionszeit 1985-1989 nahezu komplett und nebenbei zu finanzieren. Hinzu kamen die Vorschüsse, die ich ab 1986 für meine 4 Bücher im Dumont Buchverlag bekam: pro Buch waren es 7.000 Mark.
Hier einige Kostproben meiner „Kunst“ als „Maler Mäckler“ – diese Alliteration zu „Maler Müller“ gefiel mir damals:



Diese Karte (Auflage 5.000 Expl.) aus jener Zeit würde ich auch heute noch als mein Lebensmotto bezeichnen:




Einspruch! Deine Gedichte sind auch nach 33 Jahren noch lesens- und liebenswert und ich schätze mich glücklich, die zwei Bändchen „Gedichte“ und „Bilder und Gedichte“ zu besitzen.
„Es gibt Schreie, die hört niemand. Und wenn die Himmelstür schlägt, das Meer saugt, und die Menschen sterben, weint jemand bitterlich. Da gibt es einen Menschen, den ich liebe.“ (aus: Der Torero)
Ein weiteres „Spätjugendwerk“, das ebenfalls nie in den offiziellen Publikationslisten seiner Autoren auftaucht, aber gleichwohl liebenswürdigen Charakter besitzt, stammt aus dem Jahr 1982. Manchmal wird eines der raren Bücher (Auflage 500 Expl.) über Ebay angeboten, oder im anglophilen Raum:
Siehe hier.