Wie sagt man? “Wer nichts wird, wird …” Nein, heutzutage angesichts des Gasthaussterbens wird man kein Wirt. Wer nichts wird, wird heute … Schriftsteller! Das klingt gut und jeder kann sich so nennen, selbst wenn man nur ein Buch (bei BoD publiziert) und ein paar Wikipedia-Artikel geschrieben hat. Folgerichtig nennt Wikipedia seine Autoren auch “Benutzer”. Tiefer kann der Griff in die Kloschüssel kaum gehen.

Von wem spreche ich? Täglich bekomme ich viele E-Mails, das gehört zu meinem Beruf als Publizist. Gestern früh las ich die Mail eines Wolfgang  A. Kirchmeier, den ich vorher nicht kannte. Also gab ich den Namen bei Google ein und erhielt irritierende Ergebnisse. Doch über die Einleitung seines Schreibens musste ich lachen!

Eine Kopie seiner E-Mail an mich gehe an das Bundesamt für Verfassungsschutz: bfvinfo@verfassungsschutz.de. Ich – Andreas Mäckler – “kooperiere” mit einem Holocaustleugner, einem Rassisten, und “arbeite mit ihm zusammen”: dem Musiker Stuart Styron. Über ihn soll beim Verfassungsschutz sogar ein Aktenzeichen angelegt sein, das der rührige Kirchmeier in seiner Mail anführt. Und er nennt den Grund, warum er jetzt auch mich dem Verfassungsschutz bekannt machen möchte: Das seien Artikel in meinem Blog zum Casus Mäckler / Wikipedia, in denen ich hin und wieder auf das Wikipedia-Styron-Mobbing eingehe. Und als zweiter Grund wird mein Interview darüber mit Stuart Styron im kommenden Schwarzbuch Wikipedia angeführt.

Ich antwortete dem Herrn u. a. folgendermaßen: “Als Publizist kann ich Interviews führen, mit wem ich will – das ist durchaus journalistische Selbstverständlichkeit und hat nichts mit “Zusammenarbeit” oder “Kooperation” zu tun. Das Schwarzbuch Wikipedia enthält Artikel und Interviews von ca. 25 Autoren. Meine Meinung zum Styron-Stalking durch Wikipedia und retour habe ich öfters publiziert. In meinen Augen ist Wikipedia eines der größten Mobber- und Falschinformationsforen im Internet. Sie werden sicher viel Kluges und Interessantes im kommenden Schwarzbuch Wikipedia lesen.”

Zum Schluss seiner Mail gibt mir Kirchmeier noch eine Warnung mit auf den Weg: Falls ich im Zusammenhang mit Styron gegen ihn, Wolfgang A. Kirchmeier, strafbare Inhalte in diesem Schwarzbuch oder anderswo publizieren würde, dann werde er mich wegen Verleumdung “anzeigen/verklagen”. Er behalte sich auch entsprechende Publikationen über mich vor – ich nehme an, in der Wikipedia. Dort hatte mich Benutzer:Agathenon alias Wolfgang A. Kirchmeier schon einmal zum Lachen gebracht mit der Einführung einer “Kommerziellen Webpräsenz” in meinen Personenartikel, und in seiner Wikipedia-Benutzerseite fand ich mich als “Andi” aus Kaufering wieder. Großer Gott: wie albern.

Seien Sie versichert, Herr Kirchmeier: Das Schwarzbuch Wikipedia werde ich gleich nach Erscheinen auch an das Bundesamt für Verfassungsschutz schicken, denn die Mobber-Szene der Wikipedia ist groß, wie wir nicht nur an Ihrem kleinen Agathenon-Beispiel sehen … Denken Sie darüber nach, was Sie und Konsorten auf der Plattform der Wikipedia treiben!

Stufe 1: In den Diskussionsseiten andere Leute als Rassisten bezeichnen, als Kinderschänder, Rechtsextremisten, Verschwörungstheoretiker, Holocaustleugner, Kriminelle, Steuerhinterzieher, Psychopathen etc. etc.

Dann folgt Stufe 2: Anzeigen an Staatsanwaltschaften und das Bundesamt für Verfassungsschutz schicken. Das Aktenzeichen der Meldung wird dann als Aktenzeichen für die Lüge verwandt, der Gemeldete sei bei Staatsanwaltschaft und Verfassungsschutz aktenkundig erfasst.

Stufe 3: Personeneintrag in Psiram und Wikipedia (zumindest auf der eigenen Benutzerseite unter dem Stichwort “In eigener Sache”) und als “Beweis” selbstverfasste Blogartikel nennen, a la: “Mäckler, der mit Rassisten und Rechtsextremisten kooperiert, ist auch im Bundesamt für Verfassungsschutz kein Unbekannter.”

Ich würde mich schämen, eine derartige Mobber- und Denunzianten-Biografie als Bilanz eines “Schriftsteller”-Lebens aufzuweisen!

Fortsetzung der Kirchmeier-Posse vom 12. Juli 2019 lesen Sie hier! 

Hier noch ein Fundstück (voller Rechtschreibfehler), vermutlich Fake (mit ernstem Hintergrund …)

Verfassungsschutz