Wiederum nicht unbedingt ein biographisches Buch, das unser Verlag neu im Programm hat, doch sind Leben und Theater nicht nahe beieinander? Sind nicht auch Biographien vielfach inszenierte Werke einer Bühnenkunst, die das Leben ist? Wie auch immer: Thomas de Neves neues Buch ist nicht nur eine Pflichtlektüre für Theatermacher und Kulturliebhaber.

Aus der Verlagsinformation: In 19 Essays und fünf Intermezzi entschlüsselt Thomas de Neve die Geheimnisse erfolgreicher Theaterkunst. Sein Buch „Zwischen Malaise und Magie. Theater im Leben – Leben im Theater“ überzeugt durch vielschichtiges Insiderwissen und messerscharfe Analysen des komplexen Theatergeschehens.

Eines vorab: Thomas de Neves Buch wird nicht nur Theatermacher und Theaterwissenschaftler begeistern. Auch jeder kulturell Interessierte wird sein profundes Werk, das aus 19 Essays und fünf Intermezzi besteht, mit Hochgenuss lesen. Denn der Autor, selbst seit über 30 Jahren als Schauspieler, Regisseur und Dozent international tätig, macht neben den künstlerischen auch die psychologischen Prozesse der Theaterarbeit transparent. Etwa wie glaubwürdige Emotionen entstehen, wie Denken, Fühlen und Sprechen zusammenhängen und in welchem Verhältnis das Privatleben des Schauspielers zu seiner Kunst steht.

Sein Buch Zwischen Malaise und Magie. Theater im Leben – Leben im Theater verdeutlicht alle relevanten Aspekte und Facetten von Dramaturgie, Regie und Schauspiel. Angefangen von der Textanalyse und Konzeptentwicklung bis zu der Herausforderung, auch in der 60. Vorstellung noch präzise und lebendig zu aufzutreten, gewährt de Neves Erstlingswerk tiefe Einblicke in die Probleme, Fallstricke und Möglichkeiten des Theaters. Deutlich wird zum Beispiel, wie die modische Sucht nach Neuem künstlerischer Aussagekraft im Wege stehen kann, bestimmte Schauspieltechniken in Sackgassen führen und was Bühnenpräsenz und künstlerische Persönlichkeit eigentlich ausmacht.

Zusammenspielen, Ego und Schauspieler, Emotion und Gefühl, Hingabe und Kontrolle – all diese Themen bringt der Theaterkenner mit seltener Schärfe auf die Lesebühne. De Neve scheut sich nicht, bestimmte Praktiken sowie Gewohnheiten im Theatergeschehen zu kritisieren, etwa warum auf der Bühne oft mit Spektakulärem aufgetrumpft und mit Sex sowie Gewalt ein Feuerwerk gezündet wird. Warum das Verhältnis zwischen Schauspieler und Regisseur mal zu zärtlich, mal tyrannisch ist. Oder warum Egozentrismus einen Schauspieler dazu bringt, der Figur, die er spielen soll, im Wege zu stehen und somit eine verkehrte Rolle zu spielen.

Durchgängig belegt und illustriert de Neve seine Argumentation mit konkreten Beispielen. Auf jeder Seite, in jedem Absatz und in jeder Zeile dieses außergewöhnlich fundierten Buches spürt der geneigte Leser, dass der Autor vom Fach ist und  auf eine jahrelange vielschichtige Praxis zurückblicken kann, Erfahrung statt Theorie eben. Im Vorwort schreibt der vielfach preisgekrönte holländische Schauspieler Gijs Scholten van Aschat, Thomas de Neves Buch sei eine „Pflichtlektüre für Berufsgenossen und Theaterliebhaber”. Dem ist nichts hinzufügen.

Über den Autor
Thomas de Neve arbeitet seit über 30 Jahren als Schauspieler, Regisseur und Dozent. Nach seinem Germanistik- und Geschichts-Studium absolvierte de Neve eine Schauspielausbildung. Später erweiterte er sein Können immer wieder in internationalen Workshops. Als Schauspieler und Regisseur wurde der gebürtige Deutsche, der seit 1980 in den Niederlanden lebt, vor allem durch seine Arbeit mit amerikanischen und russischen Theatermachern geprägt. Neben Regie-Arbeiten in Deutschland, den Niederlanden und Italien ist de Neve sowohl an verschiedenen Universitäten, für Unternehmen als auch an der renommierten Schauspielakademie Maastricht als Dozent tätig.

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