>Lebenserinnerung: Justus Geiß

Lebenserinnerung: Justus Geiß

Justus Geiß (1882-1965): Lebenserinnerungen (1)

21.02.2009|Kategorien: Lebenserinnerung: Justus Geiß|Tags: |

»Wasser statt Öl?«
Der Mann, der Bergzabern zum »Bad« machte

Justus Geiß 1882-1965
Lebenserinnerungen
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Festschrift anlässlich seines 125. Geburtstags
am 19. März 2007

(c) 2007 Nachlass Justus Geiß
(c) 1984 des Vortrags über Justus Geiß von Georg Falk (1906-2002)

Privatdruck (Hardcover-Ausgabe)
2. verbesserte Auflage 2007

Justus Geiß (1882-1965): Lebenserinnerungen (2)

20.02.2009|Kategorien: Lebenserinnerung: Justus Geiß|Tags: , , |

30 Jahre weniger 4 ½ Monate Verwalter der Kreis-Sparkasse Bergzabern
Ein Rückblick

Brennend trieb’s dich hinaus zu den Menschen, zu schenken
Überströmendes Herz, und zu glauben. Es ward dir
Gift zum Dank für die Gabe. Die ausgestreckten Hände sie sanken.
Maske und Larve fiel von gelogenen Gesichtern.
Wünsche und Süchte bleckten wie Hunde nackt die
Gierigen Zähne. – Da wardst du müde, Herz.
Nicht stand wie ein Turm die Treue des Freundes.
Trost schwebte auf aus glaubenden Kinderaugen.
Sternglanz der Liebe legte ums Haupt dir die Hände.
Beug dich in Ehrfurcht! Weiterlesen

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Justus Geiß (1882-1965): Lebenserinnerungen (3)

20.02.2009|Kategorien: Lebenserinnerung: Justus Geiß|Tags: , , |

»Ich dien!«
Erste Jahre in Bergzabern 1903-1905 und 1919-1922

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Als Einundzwanzigjähriger war ich vom 1. Oktober 1903 bis 5. Dezember 1905 kgl. Rentamtsgehilfe beim Rentamt Bergzabern unter dem damaligen Amtsvorstand Arras. In dieser Zeit glaubte ich die Menschen in Bergzabern als aufgeschlossen, freundlich, hilfsbereit und fortschrittlich kennengelernt zu haben.

Justus Geiß (1882-1965): Lebenserinnerungen (4)

19.02.2009|Kategorien: Lebenserinnerung: Justus Geiß|Tags: |

Der »passive Widerstand«
Die Jahre 1923-1925

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Wenn ich abends mal ausging, kam ich in der Regel nicht weiter als in das Gasthaus Zur Pfalz, das auch Stammlokal von Herrn Mees und etlicher Handwerksmeister war. Zeitweise erschienen dort auch Herr Oberregierungsrat Dr. Jung und Herr Ziegler wie auch mein Nachbar Kaufmann Duttlinger.

Justus Geiß (1882-1965): Lebenserinnerungen (5)

18.02.2009|Kategorien: Lebenserinnerung: Justus Geiß|Tags: |

Die Erbohrung einer Heilquelle in Bergzabern
Die Jahre 1926-1929
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In Ingenheim hatten wir eine Zweigstelle eingerichtet, die ich des Öfteren selbst offen hielt. Veranlasst durch ein Gespräch mit Ingenheimer Geschäftsleuten bei einem Abendschoppen, erstrebte ich eine Postomnibusverbindung von Bergzabern-Ingenheim-Landau und zurück, wobei Ökonomierat Walter die Unterschrift hergab. Heller Aufruhr der Bergzaberner Geschäftswelt. Die Bahn erhob Einspruch. Weiter erstrebten wir ein drittes Autopaar nach Schweigen und zurück. Man fürchtete, dass dadurch die Bevölkerung von Bergzabern und Umgebung noch schneller in die Großstädte kämen. Die Autobuslinie Bergzabern-Ingenheim wurde auch wieder eingestellt, weil sie zu dieser Zeit kein Mensch benützte. Und heute? 12 Autopaare laufen auf der Strecke Landau und zurück und ebenso Schweigen und zurück; und die Bergzaberner Kaufleute sind noch nicht verhungert. Weiterlesen

Justus Geiß (1882-1965): Lebenserinnerungen (6)

17.02.2009|Kategorien: Lebenserinnerung: Justus Geiß|Tags: , |

Aus anderer Leute Haut Riemen schneiden
Die Jahre 1930-1938

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Am 4. Dezember 1929 vormittags Besprechung zwischen Bürgermeister Popp einerseits und Lorch und Geiß anderseits.
Der Bürgermeister teilte mit, dass er einen Brief von Herrn Regierungsdirektor Stähler erhalten habe, der ihn nach Speyer rufe; um was sich dabei handelte, wisse er nicht.

Justus Geiß (1882-1965): Lebenserinnerungen (7)

16.02.2009|Kategorien: Lebenserinnerung: Justus Geiß|Tags: , , |

Bergzabern in Flammen
Die Kriegsjahre 1939-1945
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Bei Ausbruch des Krieges sollte unser Abmarsch über den Rhein am 3. September erfolgen.
Aber am Sonntagnachmittag, den 3. September, gerieten in und bei Rechtenbach/Oberotterbach Soldaten auf Minen. Man sprach von über 40 Toten und Verwundeten. Man musste darum mit der Evakuierung sofort beginnen. An männlichem Personal waren noch bei uns vorhanden: Karch, Grünauer, Klein, Wendel und Volk. Männlein und Weiblein forderten von mir, den sofortigen Abmarsch zu genehmigen. Als ich Karch herbeiholen wollte, ergab sich, dass er mit seiner Familie schon verduftet war. Weiterlesen

Justus Geiß (1882-1965): Lebenserinnerungen (letzte Folge)

15.02.2009|Kategorien: Lebenserinnerung: Justus Geiß|Tags: |

Besatzungsmächte in Bergzabern
Die Jahre 1945-1949
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Am 25. März wurde ich zur Kommandantur der Amerikaner (ich glaube, es war das Haus Puder) befohlen, um ihre Verordnung entgegenzunehmen. Als ich das Zimmer betrat, setzte sich der Offizier auf den Tisch, langte nach einem Papierstoß und warf mir einfach die Verordnung entgegen, so dass ich sie auffangen musste. Morgenthau-Vorschrift! In der Verordnung war bestimmt, dass die Sparkasse vorerst geschlossen gehalten werden sollte. Wir hatten ein Büro im Hause Schimper aufgemacht und hielten es offen.
Franzosen lösten bald die Amerikaner ab und neue Verordnungen waren zu holen. Diesmal wurde ich zu einem französischen Kapitän namens Samuel, also ein Jude, geführt, der mich wiederum zum Kommandanten Metzger brachte. Man bot mir einen Stuhl an, und die erste Frage des Kommandanten war: »Sie haben doch die Sparkasse geschlossen?« Weiterlesen